Moderne Websites nutzen zahlreiche externe Dienste: Schriftarten, Karten, Videos, Social-Media-Buttons. Viele dieser Dienste übertragen personenbezogene Daten (insbesondere IP-Adressen) an Drittanbieter – oft in die USA. Das erfordert besondere Vorsicht.
Google Fonts: Das 100-Euro-Urteil
Das Landgericht München hat im Januar 2022 entschieden, dass die direkte Einbindung von Google Fonts ohne Einwilligung einen Datenschutzverstoß darstellt. Betroffene können Schadensersatz von bis zu 100 Euro pro Seitenaufruf verlangen. Die Lösung ist einfach: Google Fonts lokal hosten.
Google Fonts lokal einbinden (Schritt für Schritt)
1
Schriftarten herunterladen
Laden Sie die benötigten Fonts von google-webfonts-helper.herokuapp.com oder fonts.google.com herunter.
Nur benötigte Schriftschnitte wählen
WOFF2-Format bevorzugen (kleinste Dateigröße)
2
Schriftdateien auf eigenem Server ablegen
Kopieren Sie die Dateien in Ihr Theme-Verzeichnis (z.B. /fonts/ oder /assets/fonts/).
Ordner-Struktur sinnvoll anlegen
Dateien nicht umbenennen
3
CSS-Regeln anpassen
Erstellen Sie @font-face-Deklarationen mit lokalen Pfaden statt Google-URLs.
font-display: swap für bessere Performance
Relative Pfade verwenden
4
Externe Aufrufe entfernen
Suchen und entfernen Sie alle Einbindungen von fonts.googleapis.com oder fonts.gstatic.com.
Theme-Dateien prüfen
Plugin-Einstellungen kontrollieren
Chrome DevTools nutzen zum Überprüfen
Wir helfen: Google Fonts lokalisieren
Die Umstellung auf lokale Fonts ist Teil unseres Internetrecht-Pakets. Wir prüfen Ihre Website auf externe Ressourcen und binden diese datenschutzkonform ein – inklusive regelmäßiger Überprüfung.
YouTube-Videos DSGVO-konform einbetten
YouTube setzt beim normalen Einbetten sofort Cookies – auch ohne dass der Nutzer das Video abspielt. Es gibt zwei datenschutzkonforme Lösungen:
YouTube-nocookie.com
Ersetzen Sie youtube.com durch youtube-nocookie.com in der Embed-URL. Cookies werden erst beim Abspielen gesetzt – Einwilligung trotzdem empfohlen.
2-Klick-Lösung
Zeigen Sie zunächst nur ein Vorschaubild. Erst nach Klick und Einwilligung wird das Video geladen. Datenschutzfreundlichste Variante.
Google Maps DSGVO-konform nutzen
Auch Google Maps überträgt IP-Adressen und setzt Cookies. Die Lösung: Karte erst nach Einwilligung laden (Content-Blocker) oder eine datenschutzfreundliche Alternative wie OpenStreetMap nutzen.
Klassische Social-Media-Buttons übertragen Nutzerdaten, sobald die Seite geladen wird – auch wenn niemand klickt! Die Shariff-Lösung bietet datenschutzkonformes Teilen: Erst beim Klick wird eine Verbindung zum sozialen Netzwerk hergestellt.
Externe Dienste: Was Sie prüfen müssen
Werden beim Laden der Seite Daten an Dritte übertragen?
Setzt der Dienst Cookies vor einer Nutzerinteraktion?
Werden Daten in ein Drittland (z.B. USA) übertragen?
Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)?
Ist der Dienst in der Datenschutzerklärung dokumentiert?
Existiert eine Alternative ohne Drittanbieter-Cookies?